Governance Entgelttransparenz –
Die Rolle der Führungskraft
Führungskräfte setzen Entgelttransparenz im Arbeitsalltag um. Die Job-Architektur ist ihr Führungsinstrument. Ihre Haltung und wie sie mit ihrem Team über Fairness und Transparenz sprechen, entscheidet darüber, ob sie es als lästige Pflicht einstufen oder als Erfolgschance nutzen.
Definition
Für Führungskräfte ist die Job-Architektur ein Führungstool, um Stellen nachvollziehbar zu beschreiben und Gehaltsentscheidungen einzuordnen.
Besonders auf Grundlage des Faktors Kompetenz können fundierte Karriere-, Recruiting-, Qualifizierungs- und Nachfolgeentscheidungen getroffen werden.
Einordnung/ Bedeutung
Die Job-Architektur entfaltet ihre Wirkung im Führungsalltag.
Sie bietet eine valide Grundlage für Gehalt, Karrierepfade, Recruiting, Re-/Upskilling und Nachfolgeplanung. Sie basiert auf Fairness und Transparenz und führt in der Regel dazu, dass gesuchte Mitarbeitende länger in Unternehmen bleiben.
Führungskräfte setzen die Logik der Job-Architektur in der Praxis um: sie ordnen Stellen anhand der vier Faktoren ein, begründen Veränderungen und erklären diese Entscheidungen nachvollziehbar ihrem Team.
In der Art und Weise, wie sie dazu kommunzieren, wird ihr Team immer auch ihre persönliche Haltung dazu erkennen.
Abgrenzung
Die Bewertung im Vergütungssystem und formale Entgeltauskünfte liegen bei den dafür vorgesehenen Unternehmensprozessen, wie HR.
Führungskräfte werden in der Job-Architektur immer auch selbst bewertet und können diese Erfahrung in ihrer eigenen Führungsrolle nutzen.
Für dich als Führungskraft relevant, wenn …
- Unruhe im Team herrscht, weil der Eindruck entsteht, es ginge nicht fair zu.
- Mitarbeitende gezielte Fragen zu Stelle, Einordnung oder Vergütung stellen und das auf ein formales Auskunftsersuchen abzielen könnte.
- im Team Fragen zu Fairness oder Transparenz aufkommen, zum Beispiel wenn zwei Rollen ähnlich wirken, sich aber in Verantwortung oder Belastung unterscheiden.
- du eine Stelle neu schaffst oder eine bestehende Stelle veränderst und die Anforderungen neu einordnest anhand der Job-Architektur.
- du Gehaltsentscheidungen im Rahmen der vorgegebenen Vergütungslogik einordnest, zum Beispiel bei einer Neueinstellung, einer Anpassung nach Stellenwechsel oder einer internen Versetzung.
- du Karriere-, Entwicklungs- oder Nachfolgegespräche führst und die Stelle im Teamgefüge verortest, etwa wenn eine Stelle erweitert, spezialisiert oder perspektivisch übergeben wird, anhand der vier Faktoren.
Beispiele aus der Praxis
Eine Stelle übernimmt dauerhaft zusätzliche Projektverantwortung. Du beschreibst die veränderten Anforderungen und gibst sie für die Stellenbewertung weiter.
Eine Bewerberin fragt nach ihren Entwicklungsmöglichkeiten. Du besprichst, welche Anforderungen für das nächste Job-Level maßgeblich sind und vereinbarst, wie du sie dabei fördern wirst.
Zwei Mitarbeitende vergleichen ihre Stellen. Du erklärst verständlich, warum sich die Stellen anhand der vier Bewertungsfaktoren unterscheiden und deshalb unterschiedlich bewertet werden.
Eine erfahrene Mitarbeitende kündigt ihren Ruhestand an. Du nutzt die Job-Architektur, um die Anforderungen der Stelle für die Nachfolgeplanung zu beschreiben und organisierst, wie ihr Wissen weitergegeben wird, bevor sie ausscheidet.
Umsetzung in der Praxis
Entgelttransparenz verändert die Rolle der Führungskraft: Entscheidungen zu Stellen, Einstellungen und Vergütung werden nachvollziehbar und müssen erklärt werden. Es fällt nicht jeder Führungskraft leicht, ihren Wissensvorsprung zum Beispiel bei den Gehältern aufzugeben. Das kann als Machtverlust erlebt werden.
Auch jede Führungskraft hat eigene Erfahrungen mit ihrem Grading gemacht. Die können gut oder schlecht gewesen sein. Beides lohnt es zu reflektieren, um es beim eigenen Team gut oder besser zu machen.
Fairness, Transparenz und Beweislastumkehr, Reportingpflichten und das Schließen von Entgeltlücken erfordern eine professionellere Haltung als das oft anzutreffende Motto "über Geld spricht man nicht".
Alle Chancen zu nutzen, die in der neuen Strukturen stecken, ist eine Umstellung, ein persönlicher Prozess, der über das reine Verstehen von Zahlen und der neuen Logik hinaus geht.
KommunikationsKompass Entgelttransparenz
Der KommunikationsKompass Entgelttransparenz unterstützt Führungskräfte dabei, die Job-Architektur im Führungsalltag sicher anzuwenden und Fragen zu Stellen, Karrierewegen und Vergütung nachvollziehbar zu beantworten. Er bietet Orientierung für Gespräche mit Mitarbeitenden, hilft bei der Einordnung von Stellen und Job-Levels und schafft eine gemeinsame Sprache für faire und transparente Entscheidungen.
Er begleitet den individuellen Umstellungsprozess von Führungskräften, damit die Job-Architektur nicht als Belastung, sondern als Unterstützung in der Teamführung genutzt werden kann.
Schreib uns gerne eine E-Mail, um zu besprechen, wie wir zusammen arbeiten können.